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Eine Nachricht aus dem Portal Freestyle Marburg
Das DICKE Ende kommt noch

Die Deutschen werden immer dicker. Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes, an der 370.000 Personen teilnahmen (0,5% der Bürger) hatten im Jahr 2003 13% der deutschen Bevölkerung starkes Übergewicht. In allen Altersgruppen waren Männer häufiger übergewichtig als Frauen. Insgesamt waren 58% der Männer (1999: 56%) und 41% der Frauen übergewichtig (1999: 40%) . „Na und!“ werden Sie vielleicht sagen, „Hauptsache fröhlich!“. Schön wär´s! Aber leider gehen die gemütlichen Rundungen mit einer Reihe vorprogrammierter Probleme einher. Der Körper reagiert auf länger andauerndes Übergewicht mit Beschwerden und schließlich mit Erkrankungen: Bei Belastung, z. B. beim Treppensteigen, fällt die Atmung schwer, Schlafapnoe (länger als zehn Sekunden anhaltende Atemstillstände im Schlaf) tritt auf, der Übergewichtige neigt zum vermehrten Schwitzen, Rücken- und Gelenkschmerzen begleiten den Alltag. Nach einiger Zeit treten chronische Erkrankungen und Störungen auf, die durch Adipositas ausgelöst oder verschlimmert werden. Laut Professor Arnold Astrup aus Kopenhagen (9th European Congress on Obesity, ECO, Juni 1999, Mailand) weisen Übergewichtige ein um mehr als das dreifach erhöhte Risiko für das Auftreten von Diabetes mellitus Typ 2, Gallenblasenerkrankungen, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen auf. Zwei bis drei mal häufiger als bei Normalgewicht treten koronare Herzkrankheiten, Arthrose und Gicht auf. Zweimal häufiger ist das Risiko an bestimmte Krebsformen (Gebärmutter-, Brust-, Gebärmutterhals-, Prostata- und Gallenblasenkarzinom) zu erkranken und an Sexualhormonstörungen zu leiden. Übergewicht erhöht zusätzlich die Thrombose- und Emboliegefahr und bedeutet nicht zuletzt auch ein erhöhtes Risiko bei Operationen und Narkosen. Adipositas führt zu psychosozialen Problemen und Einschränkungen der Lebensqualität. So geben Übergewichtige häufiger als der Rest der Bevölkerung an, dass sie ihren persönlichen Gesundheitszustand für nur „mittelmäßig" (35 Prozent) oder gar „schlecht" (7 Prozent) halten. 24 Prozent der Übergewichtigen haben in einer Umfrage im Jahr 2000 über „Bluthochdruck" geklagt (Bevölkerung: 15 Prozent), 10 Prozent über „Herzbeschwerden" (Bevölkerung: 8 Prozent) und 15 Prozent über „Schmerzen in den Beinen/Venenproblemen" (Bevölkerung: 10 Prozent) . Dabei wiegt besonders schwer, dass Adipositas und Übergewicht auch im Kindes- und Jugendalter nach den Ergebnissen neuerer bundesweiter Erhebungen signifikant ansteigen. So wird in dem Fachblatt „Ärzte Zeitung“ am 12.03.2002 Professor Dr. Eberhard Keller von der Kinderklinik der Universität Leipzig zitiert, der aktuelle Zahlen darstellt, wonach etwa 18 Prozent der Jugendlichen an Übergewicht und sieben Prozent an Adipositas leiden . Leider sind die Empfehlungen und Hilfen zur Gewichtsreduktion, die den Betroffenen angeboten werden, häufig uneinheitlich und von den kommerziellen Interessen der jeweiligen Anbieter geprägt. Besonders die zahlreichen Hersteller von Diätprodukten verschweigen den bekannten Jo-Jo- Effekt, der die verlorenen Pfunde schnell wieder reproduziert, und das Gewicht teilweise über den Ausgangswert steigen lässt - ein normaler Prozess unseres Körpers, der auf die nächste „Hungerdürre“ vorbereitet sein will. Auch die beliebte Nahrungsempfehlung „fettarm und kohlenhydratreich“ zur Gewichtsreduktion ist mittlerweile umstritten: Wird im Internet-Fachportal für Mediziner „diabetes-world.net“ der Fettkonsum als Ursache für die Entstehung von Übergewicht angeprangert, so wird in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift von Studien berichtet, wonach gerade eine moderate Fettzufuhr mit mediterraner Kost gute Ergebnisse beim Abnehmen bewirkt und bestimmte Kohlenhydratquellen als Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes, Koronarer Herzerkrankung und Krebs identifiziert wurden, besonders bei übergewichtigen und bewegungsarmen Menschen . Gibt es irgendetwas, worauf also noch Verlass ist? Gibt es! Und ist dabei auch noch ganz einfach! Das Geheimnis - eine ausgewogenen Ernährung vorausgesetzt! - liegt in der körperlichen Aktivität, denn, je mehr ich mich bewege, desto mehr Energie wird verbraucht. Und das bringt den Erfolg beim Abnehmen - die negative Energiebilanz, d.h. mehr Energie verbrauchen als aufnehmen! Übrigens: Vergessen Sie in diesem Zusammenhang die gut gemeinten Ratschläge einiger Experten, die Ihnen weismachen wollen, dass Fett ausschließlich bei einer niedrigen Pulsfrequenz verbrannt wird, dem sogen. „Fettstoffwechseltraining“. Die Wahrheit ist, je höher die Intensität, desto höher ist der absolute Anteil des Fettstoffwechsels an der Energiegewinnung! Halt, halt! Jetzt bloß nicht einfach losrennen! Besonders wenn Sie bereits ein paar Pfunde mehr auf die Waage bringen, muss der Weg zur Bewegung und Sport individuell und schonend gewählt werden! Ihr Körper muss langsam vorbereitet werden, wenn Sie ihm keinen Schaden zufügen wollen! Setzen Sie sich beispielsweise das Ziel, täglich 30 Minuten flott zu gehen. Sie werden sehen, dass die Bewegung ihnen neuen Schwung gibt. Nach und nach purzeln dann auch die Pfunde. Aber: Nicht ungeduldig werden! Was über Jahre gewachsen ist, lässt sich nicht von heute auf morgen wegtrainieren. Es braucht Zeit und Disziplin, die Ihrer Gesundheit zugute kommt! Info: Bei dem anerkannten, durch die Krankenkassen geförderten Reha Fit Präventionskurs „Abnehmen, aber mit Vernunft“ ist - neben der Ernährungsberatung - auch ein 3 monatiges, individuell ausgearbeitetes Training im Vita Fitness Bestandteil des erfolgreichen Programms. Kosten: 225 Ä, wobei die meisten Krankenkassen ca. 150 Ä bezuschussen. (Tel. Info:06421-945449). Nächster Info Abend: Mittwoch, 8.12. 17:30 Uhr, Seminarraum Reha Fit

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Autor: hege
Artikel vom 24.11.2004, 08:58 Uhr
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