Artikelausdruck von Freestyle Rostock


Rugby:
(Dierkower Elche)

Männer und Jugend mäßig erfolgreich, Frauen spielen munter auf

 
Elche verschenken Sieg gegen die FT Adler

Die Rugbyspieler des PSV Rostock unterliegen am Sonnabend nach deutlicher Führung doch noch mit 31:28.

Es war eines der besten Spiele dieser Saison in der Rugby RL-Nord - zumindest für die Zuschauer. Die fünfzehn Männer aus Kiel gingen früh in Führung, doch der Rostocker Kapitän Bruno Seifert konnte kurz darauf mit einem Versuch ausgleichen. Philipp Weishaupt, üblicherweise in der Hintermannschaft, konnte wenige Minuten später mit einem Sprint über den halben Platz mit einem Stürmerversuch die nächsten sieben Punkte für die Elche sammeln. Die Adler zogen wieder nach, patzten aber beim Erhöhungskick. Als nächstes flog Christian Brockmann vom eigenen, rostocker Malfeld, verfolgt von drei Kielern, über den gesamten Platz und legte das Ei im gegnerischen Malfeld ab. Leider gehörte die letzte Aktion der ersten Hälfte nicht Rostock, Kiel kam zu einem weiteren Versuch und schaffte so einen Halbzeitstand von 19:21 für die Gastgeber.
Zu Beginn der zweiten Spielhälfte konnte Christian Brockmann erneut einen Versuch legen, doch im Anschluss gelang es Kiel mit zwei Läufen ins rostocker Malfeld das Spiel zum Endstand von 31:28 herumzureißen.
Obwohl die Rostocker stark haben verbessern können, so gelang es ihnen leider nur in der ersten Halbzeit auch in den offenen Gedrängen gut gegenzuhalten. Im weiteren Spielverlauf gingen die meisten Bälle hier verloren. Der Grund für die Niederlage ist wohl in erster Linie in mangelndem Spielverständnis und ungenügender Übersicht zu suchen. Rostock schafft es einfach nicht, die Räume eng zu machen und gegnerisches Überzahlspiel zu vermeiden. Eine cleverere Aufstellung in der Verteidigung würde nicht nur weniger Gegenversuche zur Folge haben, auch die Belastung für die Spieler ginge zurück, würden doch die Laufwege erheblich kürzer werden. Im Angriff darf Rostock nicht so berechenbar sein. Inzwischen dürfte jedem Gegner in der Liga klar sein, dass Rostock prinzipiell nie Angriffe über den Sturm laufen lässt. Leider. Würden die Agilität und Kondition des Rostocker Sturms besser in die Offensive eingebunden, so müsste der Gegner mit deutlich mehr Überraschungen rechnen. Das ihm das oft gelingt ist unwahrscheinlich.
Das letzte Spiel der Dierkower Elche in der Hinrunde der RL-Nord findet am 27.11.04 um 14.00 Uhr auf dem Rugbyplatz in Gehlsdorf (bei der Schwimmhalle) gegen die Jesteburg Wombats statt. Vielleicht kann sich Rostock hier die „Herbstmeisterschaft“ sichern.

Rugbyjugend des PSV Rostock sammelt Erfahrungen

Die Jugendmannschaft der Dierkower Elche musste sich am Sonnabend zweimal geschlagen geben. Die Gegner auf dem Kieler Platz hießen Hamburg und Jesteburg.
Die 14 bis 16 jährigen Rostocker reisten zu elft an und wurden durch Spieler aus Kiel ergänzt. Im ersten Spiel gegen eine Auswahl der Hamburger Clubs St. Pauli und HRC verloren sie gegen die im Schnitt ein bis zwei Jahre älteren und konstitutionell überlegenen Gegner deutlich mit 39:00. Die zweite Partie gegen Jesteburg verlief kaum erfreulicher, einziger Lichtblick im rostocker Spiel war der Versuch von André Seltmann, welcher mit Erhöhung zum Endstand von 47:07 führte.
Die mangelnde Spielpraxis ist wohl in erster Linie für das schlechte Abschneiden der Rostocker verantwortlich. Die Spieler selbst sehen ihre Schwächen im schwachen Unterstützungsspiel, mangelhaftem Aufrücken der Hintermannschaft und vor allem in zögerlichen, wenig konsequenten Tacklings. Auch das Passspiel war ungenügend. Hier gilt es Abhilfe zu schaffen und eventuell mit häufigeren Freundschaftsspielen gegenzusteuern. Vielleicht gelingt es dem ehemaligen Spieler der Männermannschaft und jetzt neu im Trainerteam der Jugend arbeitenden Sebastian Recht genau dies zu erreichen.

Rostocker Rugbyfrauen auffällig gut in der 10er Pokalrunde

Bereits am Sonntag vergangener Woche reisten vier Frauen der Dierkower Elche zum 10er Pokalturnier nach Braunschweig um die anwesenden Mannschaften zu verstärken und Spielpraxis zu sammeln.

Manuela Jost, Kristin und Svenja Roedel und Kathrin Schwengebecher setzten glanzvolle Akzente im Spiel der jeweiligen Mannschaften. Sie bestachen, und das darf ohne Übertreibung festgestellt werden, durch Übersicht und saubere Technik. Ließen selbstverständlich auch sie den einen oder anderen Ball einmal fallen, so vermieden sie es doch sich durch das ungeordnete Spiel der anderen Teams anstecken zu lassen. Beherzt sind sie alle, die Damen aus der deutschen Rugbyregionalliga, doch mangelt es ihnen häufig an Spielwitz und taktischem Verständnis. Die Frauen des PSV Rostock hingegen sind erfahren und haben nicht umsonst im Sommer die Meisterschaft gewonnen. In vier Partien legten sie zehn Versuche, allen voran Nationalspielerin Manuela Jost, und bewährten sich auch auf ungewohnten Positionen. Weit wichtiger aber als diese Punkte war die Freude am Spiel. In den knapp ein Duzend Partien des Turniers waren in mehr als der Hälfte rostocker Spielerinnen vertreten.
In der nun folgenden langen Winterpause wird weitergearbeitet. Vor allem auch an der Findung neuer Spielerinnen, damit das erfolgreiche Frauenrugby in Rostock weiterhin Bestand haben kann.


Autor: migr
Artikel vom 21.11.2004, 11:21 Uhr

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