Artikelausdruck von Freestyle Rostock


Boxen:
(I. Box-Club Marburg 1947 e. V.)

Boxen gegen Rassismus

 
Boxsport- GALA im Staatstheater in Wiesbaden setzt Zeichen gegen Ausländerhass

Auch die Marburger Spitzenboxer Ibrahima Diallo, Franklyn Dwomoh, Emil Kessler und Luis Seibel waren vor Ort. Dwohmoh und Seibel blieben ohne Gegner. In den beiden Schlusskämpfen setzten Jugend-Leichtgewichtler Emil Kessler und Männer-Mittelgewichtler Ibrahima Diallo die Glanzlichter der Veranstaltung. Der zweifache DM, Emil Kessler, besiegte den favorisierten und 1 Jahr älteren Hessenmeister und Lokalmatadoren Ilias Kallouch knapp nach Punkten und Diallo begeisterte im letzten Kampf gegen den Rheinländer Georg Sahakijan mit hoher technischer Bewegungskunst das Publikum.

Die Marburger Boxer wollen Zeichen setzen und tragen dazu bei, dass ihr Engagement die in Deutschland vermeintlich „stärker werdende Bedrohung durch zunehmende Einwanderung“ als Irrsinn und Dummheit herausstellt.

Nach ihrem erfolgreichen boxerischen Auftreten im Chemnitzer Ringgeviert vor einer Woche (wir berichteten!) setzte sich das im Theater „Wartburg“ im Hessischen Staatstheater Wiesbaden in der Landeshauptstadt fort. Der dort erfolgreichste und aktivste Boxsportverein, das GBG (= Golden Box Gym) Wiesbaden hatte sich diesen ungewöhnlichen Ort auswählen können und mit dem provokativen Slogan “Integriert euch nicht“ die Vereine aus dem Rheinland, NRW, Baden-Württemberg und nat. Hessen eingeladen. Weitaus mehr als die erlaubten 250 Zuschauer wollten das Event besuchen und mussten vor dem Theater stehen bleiben bzw. die Räumlichkeiten verlassen.

Hintergrund: Seit mehreren Jahren betreibt Tünay Önder aus Wiesbaden zusammen mit Imad Mustaf und anderen Kompliz/innen das Blogprojekt „Migrantenstadl“, in dem es um die Perspektive der Migration (Migrant/innen, Migrantenkinder, Mehrheimischen und Marginalisierten) geht. Im Dunstkreis von Gastarbeiterkindern entstanden, versucht das „Migrantenstadl“ mit provokativen Texten, didaistischem Humor, sehr oft seriös und oft „am Rande des Wahnsinns“ zu umschreiben, wie unsere Gesellschaft aus postmigrantischer Perspektive aussieht und aussehen sollte. Auf der jetzt stattgefundenen Wiesbadener Biennale (= alle 2 Jahre durchgeführte Theater-/Kunstschau) wurde die „Wartburg“ des Staatstheaters von Tulgay Önder mit Kompliz/innen“ besetzt“ und diese wurde zum Umschlagplatz „von und für radikal unterhaltsame Parallelgesellschaften“ aus Kanak-Stars, Textterroristen und Dadaisten, Filmfreaks, Rap-Ladies und auch Boxsportlern.

Zur „Pferdehof-Boxveranstaltung“ am kommenden Sonntag in Wohratal-Langendorf (Beginn: 14h- Dauer bis max. 19 Uhr) freuen wir uns auf zahlreiche Boxfans...


Autor: rele
Artikel vom 02.09.2018, 22:29 Uhr

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